Ein neues Kapitel für die Augengesundheit in Liberia
Fünf neue Vision Center bringen Augenversorgung erstmals direkt in bestehende Gesundheitseinrichtungen in Grand Cape Mount und Gbarpolu County – für eine Region mit über 600.000 Menschen. Möglich wird das durch GoodVision Technicians, die wir ausgebildet haben, wie Younkonjay Papa, der seit über vier Jahren mit uns arbeitet.

Die Herausforderung
Für viele Menschen im ländlichen Westen Liberias bedeutete Augenversorgung bisher weite Wege, oder gar keine Behandlung. In Liberia gibt es aktuell weniger als 70 augenoptische Fachkräfte, gebraucht werden über 21.000. Die Folge: 85 Prozent der Menschen, die eine Brille brauchen, haben laut einer Erhebung des liberianischen Gesundheitsministeriums (2021) keinen Zugang dazu.

Die Ausbildung
Genau hier setzen wir an: Zwischen Mai und Juni 2026 haben 11 neue GoodVision Technicians ihre einjährige Ausbildung bei uns abgeschlossen. Damit haben wir in Liberia bereits 36 Fachkräfte qualifiziert, kostenlos. Denn die Ausbildung wird von GoodVision Liberia und Partnern mitfinanziert. Sie umfasst Sehtests, Refraktion, Brillenanpassung, Patientenberatung, Aufklärungsarbeit in Gemeinden und den Umgang mit der GoodVision App.

Die Wirkung
Die neu ausgebildeten GoodVision Technicians sind Teil eines größeren Plans: Im August 2026 haben fünf neue Vision Center eröffnet, die zum liberianischen Gesundheitssystem gehören: vier in Grand Cape Mount County (Sinje, Damballa, Lofa Bridge, WAHO) und eines in Gbarpolu County (Emirates Hospital). Die von uns ausgebildeten GoodVision Technicians arbeiten dort als Angestellte des Gesundheitssystems. In den ersten sechs Monaten sollen dort über 6.000 kostenlose Sehtests und rund 1.500 Brillen möglich werden.
Ein Modell mit Zukunft
Besonders daran: Die Vision Center sind in das bestehende Gesundheitssystem Liberias integriert, statt eine eigene Parallelstruktur zu schaffen. Die GoodVision Technicians sind Angestellte des Staates, die county-eigenen Gesundheitsteams unterstützen die Umsetzung. Für uns ein Modell mit Zukunft: Mit jeder Ausbildung stärken wir direkt das staatliche Gesundheitssystem – die Fachkräfte bleiben dort, wo sie gebraucht werden, dauerhaft und über unser Engagement hinaus. So wird aus einer einzelnen Ausbildung nachhaltige Versorgung: Hilfe zur Selbsthilfe. Genau diese lokale Trägerschaft gibt uns Zuversicht, dass das Modell über die Projektlaufzeit hinaus Bestand hat.

"Viele Menschen entwickeln Augenprobleme, wissen aber nicht, wohin sie gehen oder an wen sie sich wenden sollen."


