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Ein weiter Weg zur Augenoperation

Esther Holsten, CDO und Mitglied im erweiterten Vorstand der EinDollarBrille, berichtet von ihrem Besuch im Programmland Malawi im September 2026. Ihr letzter Termin auf dieser Reise führt sie ins Queen Elizabeth Central Hospital in Blantyre. Vor Ort erlebt sie, welche Opfer Familien bringen müssen, um ihren Kindern eine Augenoperation zu ermöglichen.

Ein Kind trägt einen bunten Korb auf dem Kopf und geht auf einem staubigen Weg durch eine ländliche Umgebung.
© EinDollarBrille

Blick aus dem Auto auf dem Weg nach Blantyre. Malawi begegnet einem unterwegs in vielen kleinen Momenten.

Mann steht auf einem Hügel mit Blick auf eine trockene Landschaft und einen großen Felsen im Hintergrund.
© EinDollarBrille

Verdiente Pause mit Ausblick: Peter Isaley, Fahrer bei GoodVision Malawi, vor der malerischen Kulisse des Ndirande Mountain in den Shire Highlands bei Blantyre. Peter ist bereits seit drei Jahren Teil des GoodVision-Teams. Er genießt besonders den Kontakt mit Menschen aus aller Welt und ist stolz darauf, für eine Organisation zu arbeiten, die Menschen zu besserem Sehen verhilft.

Blick auf eine Tankstelle in Malawi mit Autos, darunter ein weißes Pick-up und ein schwarzer SUV, im Hintergrund Bäume und Berge.
© EinDollarBrille

Kurzer Stopp nach zwei Stunden Fahrt. Die Benzinpreise in Malawi sind ähnlich hoch wie in Deutschland. Wer mit Karte zahlt, zahlt für ein Essen oft genauso viel.

Ein Kind trägt einen bunten Korb auf dem Kopf und geht auf einem staubigen Weg durch eine ländliche Umgebung.
© EinDollarBrille

Blick aus dem Auto auf dem Weg nach Blantyre. Malawi begegnet einem unterwegs in vielen kleinen Momenten.

Mann steht auf einem Hügel mit Blick auf eine trockene Landschaft und einen großen Felsen im Hintergrund.
© EinDollarBrille

Verdiente Pause mit Ausblick: Peter Isaley, Fahrer bei GoodVision Malawi, vor der malerischen Kulisse des Ndirande Mountain in den Shire Highlands bei Blantyre. Peter ist bereits seit drei Jahren Teil des GoodVision-Teams. Er genießt besonders den Kontakt mit Menschen aus aller Welt und ist stolz darauf, für eine Organisation zu arbeiten, die Menschen zu besserem Sehen verhilft.

Blick auf eine Tankstelle in Malawi mit Autos, darunter ein weißes Pick-up und ein schwarzer SUV, im Hintergrund Bäume und Berge.
© EinDollarBrille

Kurzer Stopp nach zwei Stunden Fahrt. Die Benzinpreise in Malawi sind ähnlich hoch wie in Deutschland. Wer mit Karte zahlt, zahlt für ein Essen oft genauso viel.

Ein Kind trägt einen bunten Korb auf dem Kopf und geht auf einem staubigen Weg durch eine ländliche Umgebung.
© EinDollarBrille

Blick aus dem Auto auf dem Weg nach Blantyre. Malawi begegnet einem unterwegs in vielen kleinen Momenten.

Sieben Stunden unterwegs

Wir brechen ohne Frühstück auf. Nach zwei Stunden halten wir an einer Tankstelle, um etwas zu essen zu kaufen. Am Straßenrand sind Tomaten, Kartoffeln und Fisch sorgfältig aufgebaut. Unterwegs sehe ich Kinder mit einem Behälter auf dem Kopf auf dem Weg zur Wasserpumpe.

Mein Fahrer Peter Isaley von GoodVision Malawi ist so viel mehr als nur ein Fahrer: Er kümmert sich darum, dass wir sicher von A nach B kommen. Er kann das Auto reparieren, ist mein Dolmetscher und unterstützt mich dabei, vor Ort Fotos machen zu können.

Wegen Baustellen, Menschen auf der Straße und unseres Stopps kommen wir erst nach sieben Stunden in Blantyre an. Unser Termin ist da schon vorbei. Er wird kurzerhand auf den nächsten Morgen verschoben.

Vorständin der EinDollarBrille hört in einem Gespräch zu
Entfernungen, die auf der Karte machbar aussehen, können sich in echte Abenteuer verwandeln.
Esther Holsten, Mitglied im erweiterten Vorstand, EinDollarBrille

Was der Weg für Familien bedeutet

Das Queen Elizabeth Central Hospital ist eine wichtige Anlaufstelle für die Menschen im Süden Malawis. Viele Operationen werden in kleineren Außenstellen durchgeführt. Für Augenoperationen bei Kindern müssen Familien jedoch nach Blantyre reisen. Nach den Informationen, die ich vor Ort erhalte, gibt es in Malawi nur zwei Ärztinnen, die auf solche Operationen spezialisiert sind. Dr. Esther Sanga Misanjo leitet die Augenabteilung des Queen Elizabeth Central Hospitals und verfügt dort über einen OP-Saal. Die zweite Spezialistin ist in Lilongwe tätig, verfügt dort jedoch nicht über einen eigenen OP-Saal. Das nötige medizinische Personal für die Narkose gibt es nur in Blantyre.

Die Reise kann für eine Familie sieben bis zehn Stunden dauern. Die Mutter fehlt dann zu Hause. Dazu kommen die Reisekosten, die für Familien, die weniger als einen US-Dollar am Tag verdienen, kaum zu stemmen sind. Manche Untersuchungen können nur einmal pro Woche stattfinden, da sich die Krankenhäuser die Geräte teilen. Wenn eine Mutter mit ihrem Kind zu spät kommt, muss sie unter Umständen eine Woche warten.

Auch die Bedingungen im Krankenhaus sind herausfordernd. Auf der Kinderstation gibt es kaum Matratzen, die Toiletten funktionieren nicht und es gibt Medikamentenengpässe. Mir wurde berichtet, dass manchmal zwei Patienten gleichzeitig in einem OP-Saal operiert werden.

GoodVision Malawi ist ein wichtiger Partner vor Ort. Das Team führt Sehtests durch, klärt Familien auf, identifiziert Kinder, die eine Operation benötigen, und stellt den Kontakt her.

Als ich Dr. Sanga frage, was am meisten helfen würde, nennt sie Renovierungsarbeiten. Während des Rundgangs zeigt sie mir kaputte Fliesen, Wände und Toiletten. Eine Liste mit benötigtem Equipment hat sie bereits vorbereitet. Ihr wurde geraten, diese Liste immer bei sich zu haben, für den Fall, dass jemand danach fragt. Diesmal bin ich diese Person.

Drei Personen stehen vor einem Gebäude: ein Mann in Grau, ein Mädchen in Blumenkleid und eine Frau in Schwarz.
© EinDollarBrille

Marc Zedler, Leitung GoodVision Malawi und Esther Holsten mit Dr. Esther Sanga Misanjo. Sie leitet die Augenabteilung des Queen Elizabeth Central Hospital in Blantyre und ist eine von nur zwei Spezialistinnen in Malawi, die Kinderaugen operieren können. In Malawi leben rund 23 Mio. Menschen.

Eine Gruppe von zehn Personen steht auf einer Straße in Malawi, einige tragen blaue T-Shirts, Bäume im Hintergrund.
© EinDollarBrille

Esther Holsten und Marc Zedler mit einem Teil des Teams von GoodVision Malawi in Blantyre. Sie haben die Zahl der verteilten Brillen in einem Jahr mehr als verdoppelt. Mit demselben Budget. Chapeau.

Zwei Personen in Schutzkleidung vor einer Tür zum Operationssaal mit Hinweisschildern.
© EinDollarBrille

Das Queen Elizabeth Central Hospital in Blantyre versorgt den gesamten Süden Malawis. Es ist der einzige Ort, an dem Kinder von Spezialistinnen für Narkose und Augenoperationen behandelt werden können. Manche Familien reisen dafür sieben bis zehn Stunden.

Operationssaal in Malawi mit Patienten auf zwei Betten, mehreren medizinischen Geräten und Personal in Schutzkleidung.
© EinDollarBrille

Das Hospital teilt sich einige Untersuchungsgeräte mit anderen Krankenhäusern. Weil bestimmte Untersuchungen deshalb nur einmal pro Woche stattfinden können, bedeutet ein verpasster Termin eine Woche Wartezeit. Für Familien, die weniger als einen Dollar am Tag verdienen, ist das kaum zu bewältigen.

Drei Personen stehen vor einem Gebäude: ein Mann in Grau, ein Mädchen in Blumenkleid und eine Frau in Schwarz.
© EinDollarBrille

Marc Zedler, Leitung GoodVision Malawi und Esther Holsten mit Dr. Esther Sanga Misanjo. Sie leitet die Augenabteilung des Queen Elizabeth Central Hospital in Blantyre und ist eine von nur zwei Spezialistinnen in Malawi, die Kinderaugen operieren können. In Malawi leben rund 23 Mio. Menschen.

Eine Gruppe von zehn Personen steht auf einer Straße in Malawi, einige tragen blaue T-Shirts, Bäume im Hintergrund.
© EinDollarBrille

Esther Holsten und Marc Zedler mit einem Teil des Teams von GoodVision Malawi in Blantyre. Sie haben die Zahl der verteilten Brillen in einem Jahr mehr als verdoppelt. Mit demselben Budget. Chapeau.

Zwei Personen in Schutzkleidung vor einer Tür zum Operationssaal mit Hinweisschildern.
© EinDollarBrille

Das Queen Elizabeth Central Hospital in Blantyre versorgt den gesamten Süden Malawis. Es ist der einzige Ort, an dem Kinder von Spezialistinnen für Narkose und Augenoperationen behandelt werden können. Manche Familien reisen dafür sieben bis zehn Stunden.

Operationssaal in Malawi mit Patienten auf zwei Betten, mehreren medizinischen Geräten und Personal in Schutzkleidung.
© EinDollarBrille

Das Hospital teilt sich einige Untersuchungsgeräte mit anderen Krankenhäusern. Weil bestimmte Untersuchungen deshalb nur einmal pro Woche stattfinden können, bedeutet ein verpasster Termin eine Woche Wartezeit. Für Familien, die weniger als einen Dollar am Tag verdienen, ist das kaum zu bewältigen.

Auch die Rückfahrt verläuft anders als geplant

Auf der Rückfahrt spreche ich mit Marc Zedler, dem Programmleiter von GoodVision Malawi, über unterschiedliche Unterstützungsmodelle für das Krankenhaus, die möglichst viel Selbsthilfe ermöglichen. Doch unser Auto zieht nicht mehr richtig. Peter tauscht mitten auf der Strecke die Zündkerzen aus. Während wir warten, kommen fünf Jungen vorbei und bieten uns gebratenes Hähnchen und gegrillte Mäuse an. 

Etwa 40 Minuten später macht die Einspritzpumpe Probleme. Wir halten in einem Dorf. Peter besorgt Ersatzteile und organisiert einen Mechaniker, der das Auto repariert. Es ist 16 Uhr, es wird dunkel, und wir wissen nicht, ob wir noch am selben Abend zurückkommen.

Eigentlich wollten wir mit dem Team zu Abend essen. Violet Gladzon, Köchin bei GoodVision Malawi, kocht jeden Tag für das Team. Manchmal sind ihre Mahlzeiten für unser Team die einzigen am Tag, damit wir unterwegs Geld sparen können. An diesem Abend fällt das Essen aus, weil wir zu spät kommen. Enttäuscht ist niemand.

Was bleibt?

Dieser Besuch hat mir gezeigt, wie viel es braucht, damit ein Kind in Malawi augenmedizinisch versorgt werden kann. Und was GoodVision Malawi bereits dafür tut. Das Team ist vor Ort, führt Sehtests durch, klärt auf und stellt den Kontakt her. Ohne diesen würden viele Familien den Weg nach Blantyre nie finden.

Was mich zusätzlich beeindruckt hat: GoodVision Malawi hat die Zahl der verteilten Brillen innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt – mit demselben Budget. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist das Ergebnis von Menschen, die ihr Land kennen, die nicht aufgeben, wenn etwas nicht funktioniert, und die jeden Tag neu herausfinden, wie sie mehr Menschen erreichen können. Ich bin froh, dass wir gemeinsam unterwegs sind.

Lächelnde Frau mit kurzen grauen Haaren, Brille und schwarzem Oberteil vor grüner Natur.
Nachhaltiger Impact entsteht nicht, wenn man fertige Lösungen aus Europa mitbringt und versucht, sie irgendwie passend zu machen.
Esther Holsten, Mitglied im erweiterten Vorstand, EinDollarBrille

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